Alkohol & Schwanger

 

Alkohol und Schwangerschaft

Das Kind trinkt mit – jedes Gläschen

Alkohol ist Gift für Ungeborene. Schon kleinste Mengen können Schäden anrichten.  Dass Alkohol auch Schwangerschaften verhindert und Fehlgeburten begünstigt, wissen die wenigsten.

Ein Gläschen? Nein. Stellen Sie sich vor, Sie flößen einem Neugeborenen Alkohol ein. Das würden Sie nicht tun. Genau das tut eine Schwangere, wenn sie ein Gläschen trinkt: Ihr Kind trinkt mit. Über den Blutkreislauf gelangt der Alkohol ungehindert in die Körperzellen des Ungeborenen. Innerhalb von Minuten hat es denselben Alkoholspiegel wie seine Mutter.

Bereits der Konsum geringer Mengen Alkohol kann riskant sein. Jede Schwangerschaftsphase birgt dabei ihre besonderen Risiken: bei der Ausprägung des Gehirns und zentralen Nervensystems, bei der Bildung der Organe, des Skeletts und der Muskeln oder der Sinne.

Alkohol greift die noch unfertigen Organe und Nerven des Ungeborenen direkt an und kann sie schwer und unumkehrbar schädigen. Am empfindlichsten ist das Gehirn. Alkohol stört die Teilung der Nervenzellen und ihre Vermehrung. Das kann die geistige Entwicklung stören. In späteren Schwangerschaftsphasen sind die Organe gebildet. Nun wächst das Ungeborene und sein Gehirn reift. Alkohol kann dessen Wachstum verzögern und verhindern, dass sich die Nervenzellen vernetzen. Gleichzeitig wächst das Risiko einer Fehlgeburt.

Im schlimmsten Fall führt Alkohol dazu, dass das Kind mit dem so genannten „Fetalen Alkoholsyndrom“ (FAS) zur Welt kommt. Es wird ein Leben lang unter körperlichen Fehlbildungen, Verhaltensstörungen, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten leiden. Eine besondere Förderung kann die Schäden nur mildern. Heilbar sind sie nicht.

Zwar treten schwere Schäden vor allem bei Kindern auf, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol in großen Mengen trinken, doch bereits mehr als ein Glas alkoholischer Getränke pro Woche stellt ein Risiko für das Kind dar. Genauso kann es dem Ungeborenen Schaden zufügen, wenn die Mutter zwar selten, dann aber große Mengen Alkohol trinkt.

Fazit: Es gibt für Schwangere keine unbedenkliche Trinkmenge und keine Schwangerschaftsphase, in der Alkoholkonsum unbedenklich wäre. Gehen Sie daher kein Risiko ein und verzichten Sie in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol. Noch besser ist es, wenn auch der Partner alkoholfrei lebt. Das macht es für die Schwangere leichter.

Kinderwunsch? Verzichten Sie auf Alkohol!

Es ist wenig bekannt, dass Alkohol die Fruchtbarkeit von Frauen senken kann. Überdies erhöht sich bei Frauen, die regelmäßig Alkohol trinken, das Risiko einer Fehlgeburt. Bei Männern kann Alkoholkonsum Fehler in der Erbinformationen der Samenzellenverursachen und so zu Schäden beim Kind führen. Deshalb sollten Frauen und Männer, die sich ein Kind wünschen, ganz auf Alkohol verzichten.

Auch die ersten Wochen, in denen eine Frau häufig noch nicht weiß, dass sie schwanger ist, können riskant sein. Manch eine Frau, die einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält, erinnert sich erschrocken an eine Party, bei der sie einen Schwips hatte oder womöglich betrunken war, und macht sich Sorgen um die Gesundheit des Kindes.

Zu Beginn der Schwangerschaft verfährt die Natur jedoch häufig nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Wird die befruchtete Eizelle in den ersten Tagen der Schwangerschaft geschädigt, stoppt die Zellteilung. Die Menstruation setzt dann verspätet ein - ohne dass die Schwangerschaft erkannt wurde. Verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht. Besser: Verzichten Sie auf Alkohol, wenn die Familienplanung startet.

Stillzeit und Alkohol

Muttermilch ist die beste Babynahrung: Sie enthält alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Antikörper, die das Immunsystem des Babys aufbauen und es vor Infektionskrankheiten schützen.

Auch hier gilt: Das Kind trinkt Alkohol immer mit. Steigt der Alkoholspiegel im Blut, dann steigt auch der Alkoholgehalt in der Muttermilch. Die noch nicht ausgereifte Leber des Säuglings kann Alkohol nur sehr schwer abbauen. Für Säuglinge sind daher auch geringe Mengen Alkohol bedenklich. Denn Alkohol schädigt das Gehirn und alle anderen Organe.

Am besten verzichten stillende Mütter ganz auf Alkohol. Der am wenigsten kritische Zeitpunkt für ein alkoholisches Getränk ist, wenn überhaupt, direkt nach dem Stillen. Je länger der zeitliche Abstand zwischen Trinken und Stillen ist, desto besser, da die Leber etwa zwei Stunden braucht, um den Alkohol aus einem kleinen Glas Bier oder Wein abzubauen. Harte Getränke sollten stillende Mütter auf jeden Fall weglassen.

Tipps für Sie: „Nein danke" ist immer eine gute Antwort

• Lassen Sie Ihrem Baby zuliebe alle alkoholischen Getränke weg, wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder könnten und wenn Sie stillen.

• Bleiben Sie bei „Nein, danke“, wenn man Sie bedrängt, ein Schlückchen mitzutrinken. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen um „Grenzwerte“ ein. Ihre Umgebung wird respektieren, dass Sie weder mit einem Schluck Sekt auf den Geburtstag des Onkels anstoßen noch mit einem Bier die Beförderung des Kollegen feiern wollen, sondern mit einem Glas Saft, Apfelschorle oder Mineralwasser anstoßen.

• Bitten Sie Ihren Partner, nicht in Ihrer Gegenwart zu trinken, wenn ihnen der Verzicht auf Alkohol schwer fällt. Er weiß das vielleicht nicht.

• Denken Sie daran: Wenn Sie als Eltern verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen, tragen Sie dazu bei, dass Ihre Kinder das später ebenfalls tun.

• Wenn Sie Fragen haben oder Hilfe brauchen, rufen Sie eine Beratungsstelle an. Unter www.suchthilfeverzeichnis.de finden Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

Auszug aus:

http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/schwangerschaft.html

 

 

Darf ich während der Schwangerschaft Alkohol trinken?

Es ist Ihnen sicher schon bekannt: Für Ihr Baby ist es am besten, wenn Sie während der Schwangerschaft keinen Alkohol trinken. Jedes Gläschen Wein, Bier & Co. könnte bereits negative Folgen haben. In einigen Ländern gibt es auf Alkoholflaschen sogar Warnhinweise, die über die möglichen Gefahren fürs Baby informieren.
 

Warum ist Alkohol für Schwangere problematisch?

Alkohol ist ein Gift. Wenn Sie Alkohol trinken, dann erreicht dieser über Ihr Blut die Plazenta der Ungeborenen. Alkohol kann die Zellentwicklung Ihres Babys stören. Er kann auch Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburtund Frühgeburt verursachen.
Welche Risiken sind bei Alkohol in der Schwangerschaft erwiesen? Welchen Schaden das Baby vom Alkohol nehmen könnte, hängt von der Menge des getrunkenen Alkohols ab und davon, in welchem Schwangerschaftsstadium Sie sind.
Alkoholschädigungen sind keinesfalls nur auf das erste Trimester begrenzt. Sie können auch noch später auftreten, beispielsweise wenn sich das Gehirn des Babys entwickelt.
Alkohol kann die Entwicklung von Babys Gesicht, Organen und Gehirn negativ beeinflussen. Er kann auch das Nervensystem angreifen, weshalb das Kind später ein Leben lang Lernschwierigkeiten und Probleme mit der Bewegungskoordination haben kann.
Der Fachbegriff für all diese Entwicklungsstörungen heißt Fetale Alkoholspektrum- Störungen (FASD). Von "Spektrum" spricht man deshalb, weil die Skala der Symptome von milden bis zu schweren Auswirkungen alles erfasst.
Das äußerste Ende der Skala ist das fetale Alkoholsyndrom (auch FAS genannt). Kinder, die mit FAS geboren werden, leiden unter schweren Wachstumsstörungen, Störungen der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie Herzfehlern. Den Rest ihres Lebens werden sie Verhaltensstörungen haben.
Während FAS verhältnismäßig selten ist, werden in Deutschland jährlich etwa ein Prozent aller Kinder mit FASD geboren, womit FASD häufiger ist als das bekannte Down Syndrom.

 

Wovon hängt es noch ab, ob Alkohol meinem Baby schaden könnte?

Dabei spielen sehr persönliche Faktoren eine Rolle und das genau macht es schwierig, eine allgemeine Richtlinie zu entwickeln. Ob Ihr Baby Schaden nimmt, hängt viel von Ihnen ab: Ihrem Alter, Ihren Gene, Ihrer körperlichen Verfassung und sogar davon, wie Ihre aktuelle Lebenssituation ist.

Bei Frauen, die rauchen, sich schlecht ernähren und viel koffeinhaltige Getränke trinken, ist das Risiko für das Baby wesentlich höher.
Muss ich als Schwangere ganz auf Alkohol verzichten oder sind Ausnahmen erlaubt?

In Deutschland empfehlen Fachleute den "Nullkonsum". Das bedeutet, dass Schwangere entweder während der gesamten Schwangerschaft oder zumindest während der ersten drei Monate ganz auf Alkohol verzichten sollten. Professor Dr. Joachim Dudenhausen, Direktor Geburtskliniken an der Charité in Berlin, sagt daher: "Ich halte den Rat, keinen Alkohol zu trinken (Null-Toleranz), für richtig."
Allerdings kann die Forschung bisher nicht eindeutig nachweisen, welche Auswirkungen alkoholische Getränke vor allem in der frühen Schwangerschaft und über einen kurzen Zeitraum getrunken, auf die Entwicklung des Kindes haben können.

Auch sind sich die Experten nicht einig darüber, ob auch geringe oder mäßige Mengen Alkohol schon gefährlich sind oder nicht. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie aber lieber Vorsicht als Nachsicht walten lassen und sich bei jedem Getränk lieber für die alkoholfreie Variante entscheiden.

Trotzdem gaben in einer Studie der Berliner Charité gaben 58 Prozent der befragten Schwangeren an, sich gelegentlich ein Gläschen Alkohol zu gönnen.

 

Wenn ich mir ab und zu ein Glas Wein gönne - was muss ich unbedingt beachten?

Wenn Sie sich dafür entscheiden, während der Schwangerschaft Alkohol zu trinken, dann sollten es aber nicht mehr als eine oder zwei Einheiten bzw. Standarddrinks (Definition der Mengen siehe unten) sein. Wenn Sie das nur ein oder zwei Mal die Woche machen, dann wird das von einigen Experten als ungefährlich eingestuft.

Dagegen sollten Sie sich nie einen Schwipps oder gar ein Vollrausch während der Schwangerschaft antrinken. Das ist definitiv gefährlich für Ihr Ungeborenes. Sich Betrinken heißt in diesem Fall, dass Sie mehr als fünf Alkoholeinheiten bei einer Gelegenheit zu trinken.

 

Welche Mengen entsprechen einer Alkoholeinheit oder einem Standarddrink?

Wissenschaftlich spricht man von Alkoholeinheiten oder Standarddrinks, um das vertretbare Maß zu bestimmen. In einem Standarddrink sind zwischen 12 und 14 Gramm reinem Alkohol enthalten, das variiert nach den Ländern, in denen die Studien durchgeführt wurden.

Beispiele für eine Alkoholeinheit/einen Standarddrink:

  • ein Viertelliter normales Bier
  • ein Achtelliter Starkbier
  • ein kleines Glas Wein (125 ml)
  • zwei Zentiliter Spirituosen
  • ein kleines Glas Sherry

Mir fällt es schwer ohne Feierabendbier auszukommen. Was kann ich tun?

Es gibt Frauen, die am Anfang Ihrer Schwangerschaft eine natürliche Abneigung gegen Alkohol entwickeln. Das ist natürlich das Einfachste. Wenn Sie nicht zu diesen Glücklichen gehören, dann wird es schwieriger. Hier ein paar Tipps:

Entspannung ohne Alkohol. Wenn Sie mit Alkohol Stress abbauen wollen, dann versuchen Sie, Ihr geliebtes Glas Bier oder Wein durch andere Stress abbauende Aktivitäten zu ersetzen: Nehmen Sie stattdessen ein heißes Bad, hören Sie entspannende Musik, lassen Sie sich von Ihrem Partner massieren, treiben Sie Sport oder lesen Sie ein Buch.

Neue Rituale. Falls Sie das Ritual des Trinkens vermissen, steigen Sie auf alkoholfreie Varianten um. Wir haben auch einige Rezepte für nicht alkoholische Getränke für Sie, mit denen Sie Abwechslung ins Getränke-Angebot bringen.

Der Partner-Effekt. Falls Ihr Partner sich gerne nach der Arbeit einen Drink gönnt, bitten Sie ihn um Solidarität. Auch er soll eine Weile enthaltsam zu sein, damit Sie sich nicht benachteiligt fühlen.

 

Wo finde ich Unterstützung, wenn mir der Alkoholverzicht schwer fällt?

Wenn Sie befürchten, dass Sie ein Alkoholproblem haben, fragen Sie Ihre/n Arzt/Ärztin um Rat. Schauen Sie in Ihr Telefonbuch, um vertrauliche Hilfe und Unterstützung in Ihrer Umgebung zu finden, oder kontaktieren Sie die bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline unter 01805 - 31 30 31.

Aber keine Sorge, wenn Sie das Trinken nicht schon vor der Schwangerschaft aufgegeben haben: Tausende Frauen haben das eine oder andere Glas getrunken, bevor sie wussten, dass sie schwanger sind - und ihren Babys ging es trotzdem gut.

Auszug aus: http://www.babycenter.de/a8842/alkohol-in-der-schwangerschaft