Alkoholgenuss - was war...

Alkoholgenuss - was war da!?!

In letzter Zeit bekam ich manche E-Mail mit Fragen, wie ich es geschafft habe, vom Alkohol weg zu kommen und vor allen zu meiner langjährigen Abstinenzzeit. Am 21.01.2018 feier ich das 24. Mal und bin stolz darauf, abstinent leben zu können.

Es gibt Fragen, welche sich auf Personen beziehen, die vom Alkohol weg wollen, aber nicht davon ab kommen. Man kann es nicht verbieten und sagen, du trinkst nicht mehr, oder einfach den Alkohol wegnehmen. Sie kommen  an den Alkohol ran, wenn sie welchen brauchen. Ich selbst habe einen kalten Entzug zu Hause ausprobieret, welcher nicht gelang. Erst war das Zittern der Hände und dann der Drang nach Alkohol - viel zu gefährlich obendrein. Wie viele Mal habe ich versucht, mich endgültig vom Alkohol los zu sagen? Doch genau so viele Male habe ich eben wieder angefangen. 

Einige Tipps für Alkoholiker, welche aufhören wollen. Man muss dazu den eisernen Willen haben und die richtige Weiche in die Zukunft stellen, damit man auch dort ankommt, wo der Zug hinfahren soll. Es ist nicht damit getan, einfach einen Entzug mit ärztlicher Betreuung zu machen und danach wieder in den gleichen Zug zu steigen, welcher zurück fährt. Auf diesem Bahnhof ist nun endgültig Schluss - Endstation! Wer sich dieses vornimmt, seinen eigenen Weg aus der Sucht des Alkohols plant und sich von seinen so genannten "Freunden" distanziert, der kann es schaffen. Man soll den "Freunden" erklären, was man vorhat - das man vom Alkohol loszukommen will. Diese "Freunde" werden aber lästern und meinen, dass man doch nicht  hält, was man verspricht und wird wieder anfangen zu trinken. Soll es so sein? Nein, das ist nicht der Sinn für die Abstinenz - das trocken sein und auch trocken bleiben ist maßgebend.

Natürlich ist es einfacher gesagt als getan. Es ist nicht leicht, wie ich es selbst erfahren musste. Mein Zug hielt auch in einem Bahnhof, wo er zu sehr am Prellbock anschlug und zurück prallte, dass ich den Endpunkt nicht schaffte, aber dann dort wieder landete, wo ich eingestiegen war. Ein Bier am Tag... und so saß ich wieder fest im Alkoholrausch. Meinen wirklichen Grund habe ich schon in der Homepage beschrieben und gebe jedem den Rat, der auf dem Weg zur Abstinenz bleiben will, sich selbst zu beweisen. Viele werden sich für dich freuen, aber viele werden dich beneiden oder versuchen, dich zu "einem Glas" zu überreden. Ich habe manche Möglichkeiten in den Wind geschlagen. Nach der Entziehungskur zwei 70. Geburtstage (Eltern) trocken verbracht und jede andere Feier selbst trocken überstanden - sogar das 1. Sylvester1994/95 und die Jahrtausendwende. Der Wille ist, dass andere nicht den Grund zum lästern bekommen und meinen: "Der trinkt wieder". Reden werden sie über dich auf jeden Fall - ob im Guten oder Schlechten. Lass sie reden, sie beruhigen sich wieder und du beweist, dass du standhaft deine Abstinenz verteidigst und damit besser leben kannst, als vorher.

Was hätte ich für Rückschläge einstecken müssen, welche wieder auf den Alkohol zurückzuführen wären. Ich hatte, um nur ein Beispiel zu nennen, Arbeit nach der Kur bekommen und war 3 Jahre in der Reinigungsfirma, welche dann alle Kolleginnen und Kollegen in die Arbeitslosigkeit schickte, da diese Arbeitsstelle aufgelöst wurde. Einige sind noch an anderen Arbeitsplätzen übernommen wurden - ich hatte Glück mit einer anderen Reinigungsfirma. Doch nicht lange, da war ich arbeitslos. Es kam schon Frust auf und der Gedanke an Alkohol. Wieder habe ich meinen eigenen "Schweinehund" in mir überlistet und mich doch gegen den Alkohol entschieden. Zumal ich meine Fahrerlaubnis für PKW gemacht hatte und diese auch behalten wollte. Schon wieder ein Grund mehr, den Alkohol zu vergessen.
Es ist nicht getan, wenn man Ärger oder Arbeitslosigkeit mit Alkohol runterspühlt. Diese Probleme vergessen zu machen hilft nicht mit Alkohol. Alkohol löst keine Probleme - Alkohol macht sie. Da kann man sich auch anders abreagieren, wie zum Beispiel im Fitness- Studio, Gartenarbeit oder anderen Dingen. Wenn ich jemanden am Kiosk oder an Kaufhallen/Supermärkte sehe, die Bier trinken, lächle ich innerlich nur. Denn ich weiß, dass ich nicht mehr trinken will. Auch wenn ich manchmal Durst in diesem Moment verspüre, lenke ich mich mit anderen Gedanken ab. Wenn das nicht ganz gelingt, trinke ich Limonade oder andere Getränke(Sprudel- Selterwasser e.c.t). Bedenke doch einmal, wie viele Male du versucht hast, an Alkohol ran zu kommen, als du keine Möglichkeit(wenn nicht sogar finanziell) hattest. Ist das nicht schon ein Grund, den Alkohol zu meiden? Gibt da nicht schon das Gehirn einen Gedanken frei, ihn ganz zu und gar zu vergessen? Ist es nicht jetzt angebracht, ehemalige Alkoholiker anzusprechen, um Rat zu fragen oder ein Forum im Internet zu benutzen, welches (nur wirklich Abstinezlebende) berät und  Fragen beantwortet? Wäre nicht ein Weg der fachmännischen Unterstützung bei dem Aufbau stabiler Alkoholabstinenz in Form einer Entwöhnungsbehandlung angebrachter? Ich habe schon vom Anfang an den Fehler gemacht, Bier als "Erfrischungsgetränk" anzusehen - ein Getränk, wo man sich etwas ablenken kann. Dazu kam, das Bier noch als Getränk gegen den Durst angesehen und genutzt wurde. Das war ein Fehler, welchen man leider immer zu spät einsieht.

Rede mit Deinen Familienangehörigen, Freunden, Arbeitskollegen und Vorgesetzten. Wenn man sich freundschaftlich verbunden fühlt, ist das selbstverständlich, zumal sowieso jeder Bekannte und Nachbar von der Krankheit weiß. Der Betroffene selbst glaubt jedoch, dass die anderen nicht davon merken. Ehrlichkeit währt am längsten und man schützt sich vor peinlichen Situationen am wirkungsvollsten, wenn man offen, sachlich und direkt zu seiner Krankheit steht. Ich selbst stehe hier mit meinen Berichten und der Homepage in der Öffentlichkeit und weiß, dass ich sehr gut damit auskomme.
Es war und ist nicht einfach, diese Schwelle zu überwinden, aber es hilft nicht nur mir. Es soll allen helfen, welche auch ähnliche Probleme haben und wirklich dem Alkohol den Rücken zukehren wollen. Wie heißt es doch so schön?
G.H.

 
       Nur Du allein kannst es schaffen,
                      - aber Du schaffst es nicht allein.



„Ein Gläschen in Ehren!”

Zweifellos ist Alkohol ein Suchtmittel, das schon viele Menschen ins Verderben gestürzt hat. Jedoch gibt es gute Belege für einen positiven Gesundheitseffekt kleiner Mengen Alkohol auf Herz und Blutgefäße. Unter welchen Umständen kommt die gesunde Wirkung zum Tragen?

Alkohol in der Schwangerschaft

Besonders schwer wiegt der Alkoholgenuss – besser Alkoholmissbrauch – von Schwangeren. Er fügt dem Kind großen Schaden zu und kann das ganze Leben beeinträchtigen. Die schwerste Form der Schädigung durch Alkohol in der Schwangerschaft ist das so genannte Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Davon betroffene Kinder weisen körperliche und geistige Entwicklungsstörungen auf und sind in ihrem Verhalten auffällig. Typische Symptome sind ein geringes Geburtsgewicht, körperliche Missbildungen wie Nierenschäden und Herzfehler sowie Defizite in der geistigen Entwicklung. Konzentrationsschwäche, Lernschwierigkeiten und verminderte Intelligenz sind die Folge.

Das Fetale Alkoholsyndrom verursacht meist bleibende Schäden. Chancen für eine Heilung bestehen kaum. Viele Betroffene benötigen ihr ganzes Leben lang fremde Hilfe. Es wird vermutet, dass in Deutschland jährlich etwa 2000 Kinder mit schweren alkoholbedingten Folgeschäden geboren werden. Vermutlich ist dies nur die berühmte Spitze des Eisbergs! Es steht zu befürchten, dass noch deutlich mehr Fälle vorkommen. Weitestgehend bekannt ist dagegen die Leber schädigende Wirkung des Alkohols, die bei chronischem Missbrauch zu einer unheilbaren Leberzirrhose führen kann.

Alkohol-Verträglichkeit bei Frauen und Männern

Wie die Forschung eindeutig gezeigt hat, vertragen Frauen deutlich geringere Mengen an Alkohol. Denn er kann vom weiblichen Stoffwechsel nicht nur langsamer abgebaut werden, er verteilt sich auch schlechter im Körper. Dadurch, dass Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht und mehr Körperfett als Männer haben, wird der Alkohol unzureichend abgebaut. Die nachweisbare Menge von Alkohol im Blut ist daher bei Frauen nach Alkoholgenuss höher.
Schäden durch Alkohol

Gefährlich ist das für die Leber, den Herzmuskel und die Skelettmuskulatur. Stärker geschädigt werden aber auch die Bauchspeicheldrüse und das Gehirn. Eindeutig Risiko erhöhend wirkt sich Alkohol auf das Brustkrebsrisiko aus. Darüber hinaus wird die Krebsentstehung im Darm, Kehlkopf, Mund sowie in Speiseröhre und Leber gefördert.

Wie viel Alkohol darf man trinken?

Es gibt bis heute zahlreiche Studien, die übereinstimmend zeigen, dass ein täglicher Konsum von zehn Gramm Alkohol für Frauen und 20 Gramm Alkohol für Männer auch eine durchaus positive Seite hat: Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit wird so signifikant gesenkt. Menschen, die keinen Tropfen Alkohol trinken, haben ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, als diejenigen, die sehr mäßig, aber regelmäßig Alkohol trinken. Zur Orientierung: 20 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,5 l Bier. 10 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,1 l Wein.

Aber: Wird dem Alkohol zu stark zugesprochen, überwiegen wiederum die Nachteile, auch auf Herz und Blutgefäße. Denn ab 30 Gramm Alkoholkonsum pro Tag kommt es unweigerlich zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Bleibt es nicht bei einer moderaten Trinkmenge, steigt die Sterblichkeit wieder an und überschreitet schnell das Risiko der Nichttrinker. Es ist also wie bei vielen anderen Dingen auch: Es kommt auf das rechte Maß an. Oder um mit Paracelsus, dem berühmten Arzt, Alchemist, Astrologen und Philosophen des 16. Jahrhunderts, zu sprechen: „All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.”

 Egal, ob Bier, Wein oder Spirituosen, fest steht: Eine kleine Menge Alkohol wirkt sich bei Erwachsenen durchaus positiv aus. Allerdings sollten die folgenden Regeln beachtet werden:Die Dosis macht’s: Hin und wieder ein Glas Wein schadet nicht – weder Mann noch Frau.

 http://www.reformhaus.de/gesundheitstipps/alkohol-genuss-in-massen.html

 

Genuss oder Sucht?

Gebrauch, Missbrauch oder Abhängigkeit?

Experten unterscheiden bei den verschiedenen Alkohol-Trinkmustern zwischen "Gebrauch", "Missbrauch" und "Abhängigkeit". Etwa 8,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken täglich so viel Alkohol, dass der Konsum als riskant eingestuft wird. Frauen: zwölf Gramm Reinalkohol pro Tag, Männer: 24 Gramm Reinalkohol pro Tag. Zum Vergleich: Eine 0,3-Liter-Flasche Bier enthält rund 13 Gramm reinen Alkohol, ein Glas Wein (0,2 Liter) 16 Gramm. Etwa 74.000 Menschen sterben nach Angaben der Suchtexperten jährlich an den Folgen von Alkohol allein oder in Kombination mit dem Rauchen.

Alkoholgebrauch: Ab und zu ein Gläschen – zum Essen, zum Genießen, mit Freunden. Wenn der Alkoholkonsum unter Kontrolle bleibt, spricht man von Alkoholgebrauch.

Alkoholmissbrauch: Ein riskantes Alkoholkonsumverhalten mit der Folge körperlicher und psychischer Schädigungen bis hin zum Rausch gilt allgemein als Alkoholmissbrauch. Dazu gehören der Alkoholgenuss am Steuer, bei der Arbeit, in der Schwangerschaft, zur Stressbewältigung oder bei Wut oder Trauer. Entzugserscheinungen stellen sich im Gegensatz zur Alkoholabhängigkeit nicht ein. Jedoch steigt das Risiko für schwere Erkrankungen oder einer Abhängigkeitsentwicklung stark an.

Alkoholabhängigkeit: Alkoholabhängigkeit gilt, wenn jemand länger als ein Jahr große Mengen Alkohol konsumiert, die Kontrolle über den Alkoholkonsum verloren hat und dadurch körperlich, psychisch und sozial geschädigt wird. Immer größere Mengen an Alkohol sind erforderlich, um den gewünschten seelischen Zustand herzustellen. Alkoholabhängige streiten ihre Sucht konsequent ab und sind der Meinung, sie könnten jederzeit aufhören. Tatsächlich befinden sie sich aber in einem Kreislauf, der von ständigen Versuchen, das Trinken zu beenden, geprägt ist – gefolgt von tiefen Rückschlägen mit exzessivem Alkoholkonsum.

Woran erkennt man Alkoholabhängigkeit?

Schuld- und Schamgefühle sowie vermehrt auftretende Entzugserscheinungen sind die häufigsten Kennzeichen alkoholabhängiger Menschen. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihren Alkoholkonsum dauerhaft zu steuern, und daher auf Hilfe von außen angewiesen. Eine schwere Alkoholabhängigkeit erkennt man an:

  • Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, Aggressivität und Depressionen des Betroffenen
  • Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Händezittern, Brechreiz, Unruhe und Angst, zu starken Krämpfen, optischen und akustischen Halluzinationen bis hin zu Selbstmordgedanken
  • Steigern des täglichen Alkoholkonsums
  • Vernachlässigung von Körperpflege und Kleidung

Folgen und Hilfemöglichkeiten für Angehörige

Vor allem Angehörige haben sehr unter den Folgen der Alkoholabhängigkeit zu leiden. Diese so genannte „Co-Abhängigkeit“ betrifft Lebenspartner und Kinder, Freunde wie Kollegen. Schätzungsweise acht Millionen Menschen leben in Deutschland in enger Gemeinschaft mit einer alkoholabhängigen Person. Sie haben sich nicht nur mit ernsten Sorgen um die Gesundheit der Betroffenen auseinanderzusetzen, sondern auch mit Überforderungen, finanziellen Problemen, Vereinsamung und (sexuellen) Gewalttätigkeiten. Schamgefühle gegenüber Außenstehenden führen häufig zur Verheimlichung des Problems. Statt sich aktiv um Hilfe zu bemühen, dreht sich auch bei den Angehörigen ebenfalls alles nur noch um die Sucht. Echte Heilungschancen aber sind nur gegeben, wenn sich die Betroffenen zu ihrer Krankheit bekennen und nicht länger schweigen. Das gilt auch für die Angehörigen. Sie sind in der Lage, Voraussetzungen zu schaffen, dass der Alkoholkranke fachkundige Hilfe annimmt. Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen bieten zudem auch Hilfe für Angehörige an.

Und so können Sie helfen:
Verheimlichen Sie die Sucht nicht, sondern suchen Sie Unterstützung bei Freunden. Suchen Sie Rat bei Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder dem Hausarzt. Fordern Sie den Alkoholkranken zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen-Treffen auf. Befreien Sie sich von Schuldgefühlen und Überverantwortung. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, für die Sie nicht verantwortlich sind.

Kann man der Alkoholsucht vorbeugen?

Um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen nicht zu gefährden, sollte man sich an ein paar Spielregeln im Umgang mit Alkohol halten. Dazu gehört:

  • sich nicht zu betrinken
  • an mindestens zwei/ drei Tagen in der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten
  • keinen Alkohol zu trinken, wenn Leistungsfähigkeit, Konzentration und schnelle Reaktionen gefordert sind, zum Beispiel bei der Arbeit, im Straßenverkehr oder beim Sport
  • Kindern und Jugendlichen keinen Alkohol zu geben
  • Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden
  • ein behutsamer Umgang mit Alkohol im Alter

Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten und bei bestimmten chronischen Krankheiten (wie zum Beispiel Diabetes, Lebererkrankungen oder Depressionen).

Test: Noch Genuss oder schon Sucht?

Mit diesem Selbsttest der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können Sie schnell feststellen, ob Sie gefährdet sind, eine Alkoholsucht zu entwickeln, oder ob Sie vielleicht sogar schon ein ernsthaftes Alkoholproblem haben.

 

 

Alkohol ist ein gutes Lösungsmittel! Es löst das Hirn, Freundschaften, die Ehe...