Alkohol und Nikotin

 

Alkohol und Rauchen beeinflussen Ernährung und Mikro-Nährstoffe.

Alkohol und Zigaretten gehören für viele Menschen zum Alltag, sie gelten als Genussmittel. In geringen Maßen können alkoholische Getränke ein Genuss sein, wenn es dabei bleibt. Beim Rauchen kann man darüber im Zweifel sein. Die Abhängigkeit vom Nikotin aber macht es für viele Menschen zum Genuss, auf den sie nicht verzichten wollen.

Auf Dauer und abhängig vom Konsum schädigen Alkohol und Rauchen die Gesundheit. Beide beeinflussen und verändern viele Prozesse im Körper. Alkohol und Rauchen sind wichtige Einzelfaktoren für die Entstehung chronischer Krankheiten. Auch die Ernährung verschlechtert sich, der Stoffwechsel wird beeinträchtigt, und es werden mehr Mikro-Nährstoffe verbraucht und benötigt.

Alkohol - Beitrag zum Kalorienkonto des Tages
Alkohol liefert wie Fett, Kohlenhydrate und Protein Energie (Kalorien). Mit 7 Kalorien pro Gramm Alkohol (zum Vergleich: 1 g Fett liefert 9 Kalorien) werden beim Trinken alkoholischer Getränke erhebliche Energiemengen aufgenommen. Regelmäßiges Trinken von Alkohol trägt zum Übergewicht bei. Bei mäßigem Alkolkonsum werden etwa 5 bis 10 Prozent der täglichen Kalorien durch alkoholische Getränke zugeführt. Starke Trinker und Alkoholiker kommen auf einen höheren Anteil, der bis zu 50 Prozent ausmachen kann. Deutschland liegt seit Jahren mit an der Spitze beim Alkoholkonsum pro Kopf.

Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche 10 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Etwa die Hälfte geht auf den Konsum von Bier, je rund ein Viertel auf den Konsum von Wein bzw. Spirituosen. Da Kinder, Antialkoholiker, "trockene" Alkoholiker und in der Regel auch Kranke keinen Alkohol trinken, müssen sehr viele Menschen regelmäßig weit mehr als die Durchschnittsmenge an Alkohol trinken. Auf rund 2,5 Millionen wird die Zahl der Alkoholkranken in Deutschland geschätzt, rund 3,2 Millionen Menschen sind "trockene" Alkoholiker.

 Alkohol - nur in geringen Mengen verträglich
Alkohol ist als toxischer Stoff nur in geringen Mengen verträglich und vom Körper ohne größere Probleme abbaubar. Dabei entsteht Acetaldehyd, das die Leber, Pankreas, Herz, Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem beeinträchtigen kann. Bei stärkerem Konsum schädigt Alkohol kurz- und längerfristig sehr viele Prozesse im Körper. Zu den direkten Folgen während des Trinkens von Alkohol gehören u.a. Enthemmung, Reaktions-, Bewegungs- und Sprachstörungen. Der Abbau von Alkohol im Körper hat spürbare Folgen, den "Kater". Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Magen-Darmstörungen und Abgeschlagenheit. Langfristig trägt der übermäßige Konsum von Alkohol sowohl zum Übergewicht, als auch zu Krankheiten bei. Das beginnt bei Stoffwechselstörungen, die sehr schnell auftreten.

Betroffen ist u.a. der Stoffwechsel von Fetten in der Leber sowie der von Glukose und Harnsäure. Außerdem entstehen vermehrt freie Radikale, und das Immunsystem wird geschwächt, vor allem die T-Lymphozyten werden beeinträchtigt. Es kommt häufiger zu Infektionen, die evtl. auch schwerer verlaufen. Hauptsächlich belastet wird die Leber, die den Alkohol abbauen und verstoffwechseln muss. Alkohol trägt zu Diabetes und Gicht bei, und er ist ein Faktor bei der Entstehung von Krebs.

Das Auftreten von alkoholbedingten Krankheiten ist abhängig vom Konsum, von der Dauer und vom Geschlecht. Frauen haben, da sie weniger Alkohol vertragen, ein erhöhtes Risiko.

Als verträgliche Alkoholmenge gilt
Männer: 20 Gramm Alkohol täglich
Frauen: 10 Gramm Alkohol täglich

Alkoholika - Beispiele für Kalorien und Alkoholgehalt
1 Glas Bier - 0,3 Liter
enthält rund 130 Kalorien und rund 13 g Alkohol (Vol. 5%)

1 kleines Glas schwerer Rotwein - 0,125 Liter
enthält rund 95 Kalorien und knapp 12 g Alkohol (Vol. 12%)

1 Glas Cognac - 4 cl
enthält 94 Kalorien und rund 13 g Alkohol (Vol. 40%)


 Wann beginnt der Alkoholmissbrauch?
Als Alkoholmissbrauch wird sowohl das starke gewohnheitsmäßige Trinken als auch das Suchttrinken gewertet. Laut Schätzungen gehören etwa 5 bis 7 Millionen Menschen in Deutschland zu den Risikotrinkern, ca. 15 bis 20 Prozent der Männer und 8 bis 10 Prozent der Frauen. Bei Männern gilt ein Konsum ab 40 bis 60 Gramm Alkohol pro Tag als Alkoholmissbrauch, bei Frauen liegt die Grenze bei 20 bis 40 Gramm täglich.

Rotwein - förderlich für die Gesundheit?
Ein Glas Rotwein gilt als förderlich für die Gesundheit, vorausgesetzt es bleibt dabei und wird nicht täglich getrunken. Das sogenannte "French Paradox" dient häufig zur Rechtfertigung für den Konsum von Alkohol. Frankreich hat in einigen Regionen trotz eines hohen Fettverzehrs relativ geringe Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das wird auf den häufigen Konsum von Rotwein in geringen Mengen zum Essen zurückgeführt.

Moderater Alkoholkonsum kann das "gute" HDL-Cholesterin erhöhen, die Oxidation vom "schlechten" LDL-Cholesterin möglicherweise hemmen und sich positiv auf das Blut und den Blutdruck auswirken. Vermutlich haben die im Rotwein enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, Flavonoide und Phenole, einen Anteil an den gesundheitlichen Wirkungen, immer vorausgesetzt, es bleibt bei geringen Mengen.

Alkohol und Ernährung
Das häufige Trinken von Alkohol beeinflusst die Ernährung und verändert die Verwertung vieler Nährstoffe. Bei einem erhöhten Konsum von Alkohol sollte man auf eine gute Ernährung achten, die reichlich Obst und Gemüse enthält. Aber starke Trinker ernähren sich oft nicht mehr gesund bzw. mit viel Fast Food. Beim Trinken entsteht zudem ein sättigendes Gefühl, so dass "feste" Mahlzeiten oft verdrängt werden.

Dadurch werden weniger wichtige Nährstoffe und Mikro-Nährstoffe aufgenommen. Alkohol belastet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), das hemmt die Bildung von Verdauungsenzymen und stört die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Alkohol beeinträchtigt den Stoffwechsel. Das betrifft sowohl die Absorption, als auch die Speicherung und den Verbrauch der Nährstoffe. Alkohol reizt die Schleimhäute von Magen und Darm, das hemmt die Aufnahme von Mikro-Nährstoffen. Hinzu kommt, dass über den Urin vermehrt Nährstoffe ausgeschieden werden.

Bei vorhandenen Störungen, aber auch beim Entzug werden Mikro-Nährstoffe häufig zur begleitenden Therapie eingesetzt. Die Auswahl der Nährstoffe und Dosierung soll nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.

 Einige Mikro-Nährstoffe braucht die Leber vermehrt bei starkem Alkoholkonsum
Aminosäuren - Cystein und Glutathion, ein Tripeptid aus den Aminosäuren L-Glutaminsäure, L-Cystein und Glycin, hemmen die toxische Wirkung von Acetalaldehyd, das zu den wichtigsten Abbauprodukten von Äthanol (Alkohol) gehört. Carnitin kann dazu beitragen, die Fettansammlung in der Leber zu hemmen.

Phospholipide - vor allem Phosphatidylcholin (Lezithin)

Vitaminoide - Cholin und Inositol, u.a. kann Inositol helfen, Fettablagerungen in der Leber und damit Leberschäden vorzubeugen.

Vitamine - A, C, D, E und K sowie die Vitamine des B-Komplexes, vor allem B1, B6 und B12.

Mineralstoffe und Spurenelemente - Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Selen und Zink, das u.a. Enzyme fördert, die den Alkohol abbauen

 Starkes und abhängiges Trinken
Der schädliche Alkoholkonsum beginnt schon bei geringeren Mengen, wenn sie regelmäßig aufgenommen werden. Das Verlangen nach der Dosissteigerung und der zunehmende Kontrollverlust können schnell eintreten - auch wenn sich die krankhafte Abhängigkeit nur bei etwa 10 Prozent der starken Trinker entwickelt. Regelmäßiger Alkoholmissbrauch belastet den gesamten Körper, und das Risiko für Herz-Kreislauf-, Magen-Darm- und Nervenkrankheiten steigt. Besonders beansprucht ist die Leber.

Zunächst kommt es bei hohem, regelmäßigen Alkoholkonsum zu Schwellungen, und es entsteht die Fettleber, da mehr Fett angesammelt wird. Schließlich können nach meist jahrelangem Missbrauch die alkoholbedingte Hepatitis und die Zirrhose entstehen. Die Therapie erfordert die Alkoholabstinenz und die verbesserte Ernährung. Nach einer gewissen Zeit wird u.a. die gezielte Therapie von Nährstoffdefiziten mit Multipräparaten, evtl. auch Einzelpräparate, einbezogen.

Rauchen schädigt die Gesundheit und verschlechtert die Ernährung
Rauchen, einschließlich Passivrauchen, schädigt die Gesundheit, wer weiß das nicht. Dennoch rauchen rund 25 Prozent der Deutschen regelmäßig, weitere 4 Prozent bezeichnen sich als Gelegenheitsraucher. Rauchen trägt dazu bei, die Bluttfette und das Cholesterin zu erhöhen. Es ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle. Dabei gibt es deutliche Beziehungen zur Dauer des Rauchens und zur Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten etc. Frauen werden wie beim Alkohol bereits durch geringere Mengen stärker geschädigt. Zu den vielen Wirkungen auf den Körper gehört, dass Mikro-Nährstoffe verstärkt verbraucht werden oder verlorengehen.

Der Rauch enthält eine Fülle von schädlichen, giftigen und teilweise krebserregenden Stoffen. Rauch ist ein starkes Oxidans, führt zu Zellschäden und beschleunigt altersbedingte Abnutzungen im Körper, z.B. an der Haut, in den Lungen und anderen Organen. Rauchen belastet aber nicht nur das Atmungs- und Herz-Kreislaufsystem, es beeinträchtigt auch die gesunde Ernährung und belastet den Fettstoffwechsel. Rauchen erhöht den Grundumsatz (der Verbrauch an Energie für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, z.B. Atmung, Blutdruck etc.). Das ist eine Erklärung, warum Raucher oft weniger wiegen als Nichtraucher. Und mit ein Grund, weshalb manche/r Raucher/in auf den Rauch-Stop verzichtet. Tatsächlich beträgt die Gewichtszunahme nach dem Aufhören meist nur ein bis zwei Kilogramm.

Neben dem veränderten Grundumsatz beeinträchtigt das Rauchen die Aufnahme und die Verwertung von Mikro-Nährstoffen bzw. erhöht ihren Verbrauch. Dabei spielt das Alter eine Rolle, bei älteren Rauchern ist die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen schlechter als bei Jüngeren, das gilt besonders für Vitamin C. Ergänzungen von kombinierten Mikro-Nährstoffen können die Versorgung von Rauchern verbessern.

Raucher brauchen vermehrt diese Mikro-Nährstoffe
Vitamine - die Antioxidantien Vitamin A einschließlich beta-Carotin, C und D sowie die Vitamine des B-Komplexes, besonders B6, B12 und Folsäure.

Mineralstoffe und Spurenelemente - vor allem Kalzium, Kupfer, Selen und Zink.

In Schwangerschaft und Stillzeit:
Auf Alkohol und Rauchen verzichten
Rauchen und der Konsum von Alkohol schädigen den Fötus in der Schwangerschaft und das Baby in der Stillzeit. Der Verzicht auf das Rauchen und die Enthaltsamkeit beim Alkohol sind für jede schwangere und stillende Frau sehr wichtig. Frauen, die gewohnheitsmäßig rauchen und/oder Alkohol trinken, sollten sich mit ihrem Arzt beraten, wie sie ihr Kind am besten schützen und vor Schäden bewahren können.

https://www.centrosan.com/Wissen/Funktion-und-Nutzen-von-Mikro-Naehrstoffen/Detailansicht_Objekte_Mikronaehrstoffe.php?we_objectID=186

 

Schluss mit Rauchen: So hören Sie auf!

Lungenkrebs wird zu bis zu 90 Prozent durch Rauchen verursacht. Trotzdem kommen viele Raucher nicht los von der Zigarette, haben Angst vor der Entwöhnung. So werden und bleiben Sie Nichtraucher

Zögern Sie nicht länger, endlich mit dem Rauchen aufzuhören.

Aufhören mit dem Rauchen – das wünschen sich viele Raucher. Doch oft fällt es schwer, den Rauchverzicht langfristig durchzuhalten. Nach einem erfolgreichen Rauchstopp auch auf Dauer Nichtraucher bleiben – das ist die eigentliche Herausforderung. Meistens sind dafür mehrere Aufhör-Versuche nötig. Doch mit ein wenig Hilfe und einer klaren Entscheidung ist es machbar, dauerhaft auf Zigaretten zu verzichten. Auf die richtige Motivation und geeignete Mittel und Methoden während der Entwöhnungsphase sowie auf Strategien zur Vorbeugung gegen Rückfälle kommt es an.

Mittel und Methoden zur Nikotinentwöhnung

Wohl die meisten Raucher versuchen erst einmal alleine, vom Glimmstängel loszukommen. „Ohne Unterstützung liegt die Erfolgsquote beim ersten Versuch allerdings bei nur drei bis sechs Prozent“, sagt Professor Stephan Mühlig, Psychologe, Suchtforscher und Leiter der Raucherambulanz an der Technischen Universität Chemnitz.

Manchen Rauchern helfe es, den Tabakkonsum zu reduzieren und langsam aufzuhören. „Das verführt jedoch zum Selbstbetrug und hält die psychische Abhängigkeit länger aufrecht“, sagt der Suchtexperte. Viele  Betroffene haben daher mehr Erfolg mit der Schlusspunkt-Methode, bei der sie vom einen auf den anderen Tag aufhören. Inzwischen gibt es zahlreiche Mittel und Methoden, um die Nikotinentwöhnung zu erleichtern.

 Therapie in der Gruppe

Eine gute Erfolgsquote erreichen oft verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme in der Gruppe, wie sie beispielsweise in den universitären Raucherambulanzen auf wissenschaftlicher Grundlage angeboten werden. „Die Gruppe bietet Rückhalt und erzeugt eine Art von hilfreichem sozialen Druck, wirklich durchzuhalten“, erklärt Mühlig, der selbst solche Kurse leitet. Die Therapie muss überwiegend selbst bezahlt werden, fünf- bis zehnstündige Kurse kosten zwischen 150 und 300 Euro. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Maßnahme teilweise pro Jahr mit 75 Euro. Falls Sie interessiert sind, fragen Sie daher bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie sich an den Kosten beteiligt. Das in die eigene Gesundheit investierte Geld spart man durch den Zigarettenverzicht aber schnell wieder ein. Nach sechs bis acht Wochen als Nichtraucher hat sich der Kurs für den Durchschnittsraucher allein finanziell schon gelohnt.

Nikotinersatz und Medikamente aus der Apotheke

Nikotinersatzpräparate, zum Beispiel in Form von Kaugummis, Pflastern oder Lutschtabletten erleichtern die Entwöhnung, indem sie Nikotin abgeben und damit die Entzugserscheinungen stark lindern. „Die Präparate sind nicht verschreibungspflichtig, allerdings werden die Kosten von den Krankenkassen auch nicht ersetzt“, sagt Mühlig. Außerdem gibt es weitere rezeptpflichtige Medikamente in Tablettenform, die die Entzugssymptome wirksam mildern und den Abstinenzerfolg erhöhen können. Da diese jedoch auch ernste Nebenwirkungen hervorrufen können, sind sie verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Alternative Methoden zur Nikotinentwöhnung

Das Angebot an alternativen Therapien ist groß. Suchtforscher Mühlig warnt vor teuren, teilweise unseriösen Methoden, die mit Halbwahrheiten und angeblich hohen Erfolgsquoten werben. Besonders beliebt seien Akupunktur und Hypnose. „Ihr Nutzen ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt“, gibt Mühlig zu bedenken. Die Abstinenzquote nach einem Jahr sei genauso hoch wie bei Rauchern, die ohne Unterstützung aufgehört haben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, informiert sich zum Beispiel im Internet auf der gemeinsamen Seite des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.anbieter-raucherberatung.de (siehe weiter unten) über empfehlenswerte Programme in der näheren Umgebung.

Gesundheitliche Folgen des Rauchens

Rauchen ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für einige ernsthafte Krankheiten und verkürzt das Leben um durchschnittlich zehn Jahre. Das Deutsche Krebsforschungszentrum spricht von 110.000 bis 140.000 Menschen jährlich, die allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben. Hinzu kommen über 3300 Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Rauchen schädigt fast jedes Organ, besonders die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle werden durch Nikotinkonsum verursacht, zudem haben Raucher ein mindestens doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle. Eine häufige Raucherkrankheit  ist die chronisch-obstruktive Bronchitis. Sie äußert sich zunächst oft durch eine anhaltende Entzündung der Atemwege – die zu dem verharmlosend als „Raucherhusten“ bezeichnetem Symptom führen kann – und hat im Laufe der Jahre in einigen Fällen eine ernsthafte Behinderung zur Folge. Sogar Psyche und Gehirn kann der Qualm schädigen: „Studien haben belegt, dass Raucher ein signifikant höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen und Demenz-Erkrankungen haben, sogar das Suizidrisiko ist mehrfach erhöht“, warnt Mühlig.

Die Hälfte der Tabakbedingten Todesfälle tritt laut Deutschem Krebsforschungszentrum bereits im mittleren Alter zwischen 35 und 69 Jahren ein. Nur 58 Prozent der Raucher erreichen das 70. Lebensjahr, nur 26 Prozent werden 80 Jahre oder älter. Zum Vergleich: 81 Prozent der Nichtraucher werden 70 Jahre und 59 Prozent erleben ihren 80. Geburtstag.

Doch egal, wie lange und viel Sie geraucht haben: Aufhören lohnt sich immer! Schon nach 24 rauchfreien Stunden beginnt das akute Herzinfarktrisiko zu sinken. Nach 48 Stunden regenerieren sich bereits allmählich die Geruchs- und Geschmacksnerven, und nach zehn Jahren Rauchverzicht hat sich Ihr Risiko an Lungenkrebs zu versterben fast um die Hälfte verringert.

Die richtige innere Einstellung

Die eigene Gesundheit, die Belastung von Freunden und Familie durch Passivrauchen, die Kosten für die Zigaretten und nicht zuletzt das unangenehme Gefühl, von einer – wenn auch legalen – Droge abhängig zu sein: Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es viele. „Suchtverhalten ist aber nicht rational. Das Wissen um die Risiken, die Kosten, das alles zählt für Raucher nicht, wenn sie innerlich nicht bereit zum Aufhören sind“, so Suchtforscher Mühlig. Überredungsversuche, Druck von außen – das alles bringt wenig oder führt unter Umständen sogar zur Verfestigung des Suchtverhaltens.

Viele Raucher würden zwar gerne aufhören, scheuen jedoch die vermeintlich schwer erträgliche Zeit der Entwöhnung. In Wirklichkeit hält der körperliche Entzug nur vier bis sechs Wochen an, die schlimmsten Entzugserscheinungen lassen sogar schon nach wenigen Tagen nach. Auch die Intensität der Symptome wird von Rauchern meist massiv überschätzt. Die Angst vor dem Entzug ist oft schlimmer als der Entzug selbst.

Diese innere Zerrissenheit ist typisch für süchtige Raucher. Sie finden immer neue Ausreden, warum sie jetzt gerade unmöglich aufhören können. Alles faule Ausreden? Im Grunde ja. „Mehrere Rauchstoppversuche sind normal. Ich selbst habe es erst beim sechsten oder siebten Anlauf geschafft, dauerhaft von den Zigaretten loszukommen“, gibt Mühlig zu. Sein Tipp: Versuchen Sie es einfach konsequent weiter. Anfänglich rückfällig werden ist keine Schande, sondern die Regel. Und irgendwann schaffen Sie es für immer. Jeder kann vom Rauchen loskommen – wenn man es wirklich will und verstanden hat, wie man die Sucht überwindet.

Sie möchten mit dem Rauchen aufhören?

Wir würden uns freuen, wenn Sie hier ein für Sie geeignetes Programm zum Rauchstopp finden würden. Mit dem Rauchen aufzuhören, hat viele Vorteile für Ihre Gesundheit und verbessert Ihre Lebensqualität!

Wenn Sie nicht mehr rauchen möchten und auf der Suche sind nach Tipps zu

  • Erfolg versprechenden Methoden, um sich das Rauchen abzugewöhnen,
  • Hilfsmitteln zur Linderung von Entzugserscheinungen, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört haben,
  • Möglichkeiten zur Vorbeugung von Rückfällen nach einem Rauchstopp,

erhalten Sie bei den hier verzeichneten Anbietern Beratung und Unterstützung!

Diese Rauchstopp-Datenbank enthält Angebote vieler verschiedener Anbieter aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die dementsprechend unterschiedliche Methoden zur Unterstützung des Rauchstopps verwenden.

Zu den Anbietern gehören Ärzte und Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. Viele Anbieter haben eine anerkannte Zusatzqualifikation im Bereich der Suchtkrankenhilfe oder der psychosozialen Gesundheit nach einem etablierten Ausbildungscurriculum erworben.

Damit das große Angebot nicht zu verwirrend wirkt, geben wir den Nutzern der Datenbank Hinweise zu den unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen der Angebote. Anhand dieser Hinweise können sie ein geeignetes Angebot auswählen.

Die Angebote unterscheiden sich entsprechend folgender von Expertengruppen festgelegter Qualitätsmerkmale:

  1. Der Raucherberatung sollte ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zugrunde liegen und das daraus abgeleitete therapeutische Vorgehen sollte nachvollziehbar und schlüssig sein.
  2. Die Raucherberatung sollte den Raucher motivieren, den Tabakkonsum dauerhaft zu beenden, und konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und Aufrechterhaltung der Abstinenz beinhalten.
  3. Die Raucherberatung sollte die körperliche wie auch die psychische Komponente der Tabakabhängigkeit gleichermaßen berücksichtigen. Medikamentöse Aufhörhilfen können bei Bedarf in die Behandlung einbezogen werden.
  4. Die Kosten für eine Maßnahme sollten für den Raucher zumutbar und dem Aufwand der jeweiligen Maßnahme angemessen sein.
  5. Die Maßnahme sollte die individuellen Besonderheiten der Situation des Rauchers (z.B. Herz-Kreislauferkrankung, Atemwegserkrankung, psychische Erkrankung oder auch Schwangerschaft) berücksichtigen.
  6. Hier ein Tipp und Link zu einem Forum, wo Sie sich kostenlos anmelden und posten können: http://www.ohnerauchen.de/forum

Geben Sie bei der Suche den gewünschten Postleitzahlenbereich und die gewünschte Entwöhnungsmethode ein. Kurze Beschreibungen zu den jeweiligen Methoden finden Sie bei ‚Programme und Methoden’!

Die Datenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und konnte mit finanzieller Unterstützung der BZgA umgesetzt werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) übernehmen keine Gewähr für die hier veröffentlichten Angebote. Die Angebote sind nicht inhaltlich geprüft und sind nicht als Empfehlung zu verstehen!

http://www.anbieter-raucherberatung.de/