Kinder

Auswirkungen von Alkohol auf Jugendliche und Kinder

Jugendliche

Im Alter zwischen 10 und 14 Jahren trinken Kinder bzw. Jugendliche in der Regel zum ersten Mal selbst Alkohol.
Meist geschieht dies mit Billigung Erwachsener auf Familienfeiern o.ä. In den folgenden Jahren bildet sich dann ein Konsumverhalten aus, das in Grundzügen meist lebenslang beibehalten wird.

Stark geprägt wird dieses Konsumverhalten durch die Einstellung des Freundeskreises, des sozialen Umfelds (Jugendgruppen, Sportvereine u.ä.) und der Eltern.

Auch das Alter, in dem Kinder und Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, spielt eine Rolle. Je jünger sie sind, desto größer ist die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit.
Das liegt einerseits daran, dass die Pubertät ganz allgemein eine schwierige Zeit ist. Jugendliche haben viele »Gründe« zu trinken: Sie möchten etwas erleben, dazugehören, Hemmungen und Langeweile überwinden.
Die Wirkung des Alkohols macht dies wenn auch scheinbar und nur für kurze Zeit möglich.
Eine echte Auseinandersetzung mit der unbefriedigenden Situation wird durch solche kurzfristigen Scheinlösungen jedoch verhindert. So erschwert Alkohol die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit, und mit fortschreitender Gewöhnung werden Belastungen immer weniger ertragen.

Jugendliche sind auch organisch anfälliger.
Die Reifung des Gehirns das Organ, das durch Alkohol am stärksten gefährdet wird dauert etwa bis zum 17. Lebensjahr.
Besonders gefährdet, vom »Hilfsmittel« Alkohol abhängig zu werden, sind verständlicherweise Jugendliche, die unter schweren Belastungen leiden, seien dies tiefer liegende persönliche Probleme wie große Unsicherheit, Versagensangst und Einsamkeit oder extreme Lebenserfahrungen wie (sexuelle) Missbrauchs- und Gewalterlebnisse.
Häufiger oder gar täglicher Alkoholkonsum und Betrunkensein sind Warnsignale, auf die Eltern bzw. andere erwachsene Bezugspersonen reagieren sollten.

Schätzungsweise 160.000 Kinder und Jugendliche bis ca. 25 Jahre in Deutschland sind alkoholabhängig oder stark alkoholgefährdet.

Das Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit verbietet den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 16 bzw. unter 18 Jahren.

Kinder

Die Leber von Kindern (und Jugendlichen) kann Alkohol nur bedingt abbauen. Bereits geringe Mengen, wie sie z. B. zwei Esslöffel hochprozentiger Schnaps enthalten, können schwere Vergiftungen verursachen. Schon bei 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein kleineres Kind bewusstlos werden und zwar ohne zuvor die für Alkohol typische euphorische Anfangsphase zu erleben.
Drei Gramm Alkohol pro kg Körpergewichtkönnen bei Kindern zu tödlicher Atemlähmung führen.
(Für Erwachsene liegt dieser Wert bei etwa sechs Gramm.)
Auf Grund ihrer besonderen gesundheitlichen Gefährdung ist jeder bewusste Alkoholkonsum durch Kinder als Alkoholmissbrauch zu werten.
Wenn Kinder wiederholt Alkohol trinken, sind das immer ein Hinweis auf ernste Probleme und ein Grund, fachlichen Rat zu suchen.
Auch für das ungeborene Kind ist Alkohol besonders gefährlich.
Über den Mutterkuchen dringt Alkohol ungefiltert in das Gewebe des Embryos und greift die sich eben erst ausbildenden Nerven und Organe direkt an. Schwere körperliche und geistige Behinderungen wie Minderwuchs, Herzfehler oder Entwicklungsstörungen des Gehirns können die Folge sein. Leichtere Fälle von »Alkoholembryopathie« oder »Fetalem Alkoholsyndrom«(FAS) können sich in übersteigerter Aktivität oder Konzentrations- und Lernschwierigkeiten des Kindes ausdrücken. Alkoholbedingte Schäden können durch die gezielte Förderung des Kindes gemildert werden, sie sind jedoch nicht heilbar und die in der Schwangerschaft angelegten körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklungsstörungen lassen sich niemals gänzlich auffangen.
Unter ungünstigen Bedingungen können auch geringe Mengen Alkohol die Gesundheit des Kindes schädigen. Empfehlenswert ist daher ein vollständiger Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft.
Der kindliche Organismus ist extrem anfällig für Schädigungen durch Alkohol.
Bei (Verdacht auf) Alkoholvergiftung ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Wenn Kinder bewusst Alkohol trinken, ist das immer ein Grund, fachlichen Rat zu suchen.
In der Schwangerschaft sollte auf Alkohol vollständig verzichtet werden, da Alkohol auch in geringen Mengen den Embryo direkt schädigen kann.
Jährlich werden in Deutschland schätzungsweise mehr als 2.200 alkoholgeschädigte Kinder geboren.

Quelle: Broschüre "Alkohol"
DHS Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V.
Internet:www.dhs.de
Empfehlung:
http://freundeskreis.die-lotsen.de/lotsen.htm

Alkohol ist Gift für Kinder

Kinder sind Nachahmer. Sie beobachten, wie die Erwachsenen mit Wein oder Bier anstoßen, und wollen es ebenfalls tun. Das ist normal. Meist wenn sie 10 bis 14 Jahre alt sind, wollen Kinder auch wissen, wie das Getränk schmeckt, das nur die Großen trinken dürfen. Auch das ist normal. Oft erlauben Erwachsene, dass sie bei einer Familienfeier oder zu Silvester mit einem Glas Sekt anstoßen.

Bier oder Wein schmecken Kindern nicht. Das schützt sie. Süße Cocktails dagegen, Bowlen oder Liköre und alkoholische Mixgetränke wie Alkopops machen Alkohol für Kinder genießbar. Das ist gefährlich. Der kindliche Organismus ist extrem anfällig für Schädigungen durch Alkohol, da seine Leber nur bedingt Alkohol abbaut.

Bereits geringe Mengen, zum Beispiel zwei Esslöffel Schnaps, können schwere Vergiftungen verursachen. Schon bei 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein kleines Kind bewusstlos werden, bei unter einer Promille droht eine schwere Alkoholvergiftung. Diesen Blutalkoholspiegel kann ein 15 kg schweres Kind bereits erreichen, wenn es einen süßen  Wodka-Cocktail trinkt.

• Bei Kindern geht der Alkoholvergiftung und Bewusstlosigkeit keine euphorische Anfangsphase voraus. Statt aufgedreht, ausgelassen und albern zu werden, werden sie träge und schläfrig.

• Drei Gramm Alkohol pro kg Körpergewicht können bei Kindern zu tödlicher Atemlähmung führen. Bei Erwachsenen liegt dieser Wert bei etwa sechs Gramm. Wenn sie den Verdacht haben, dass sich ein Kind mit Alkohol vergiftet hat, wenden Sie sich sofort an eine Arztpraxis, ein Krankenhaus oder einen Giftnotruf.

• Wenn Kinder bewusst Alkohol trinken, womöglich wiederholt, ist das immer ein Hinweis auf ernste Probleme. Nehmen Sie Kontakt zu einer Beratungsstelle auf!

In der Pubertät suchen Jugendliche neue Erfahrungen – auch mit Alkohol. Auch wenn viele Alkohol nur ausprobieren, werden die Gefahren häufig unterschätzt: Alkohol stört die Reifung des Gehirns. Er birgt also immer ein Risiko. Besonders gefährlich ist es, wenn Jugendliche hochprozentige Spirituosen sehr schnell trinken.

Was Eltern tun können

Stärken Sie Ihr Kind

Ein gutes Selbstwertgefühl und eine stabile Persönlichkeit sind der beste Schutz gegen Abhängigkeit. Kinder brauchen Ihre Eltern, um beides zu entwickeln. Nur wenn sie sich geliebt, anerkannt, geborgen und ernst genommen fühlen, lernen sie, sich selbst ernst zu nehmen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

Seien Sie ein Vorbild

Leben Sie Ihrem Kind vor, dass Alkohol kein Gewohnheitsgetränk ist und dass Sie negative Gefühle und Alltagsprobleme ohne Alkohol bewältigen. Wenn Sie als Elternteil maßvoll mit Alkohol umgehen, schaffen Sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Ihr Kind das später auch tun wird.

Setzen Sie klare Grenzen

Verhindern Sie, dass ihr Kind (etwa bei Familienfeiern) Alkohol trinkt. Je früher Kinder beginnen, Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, dass sie später gewohnheitsmäßig trinken. Daraus kann eine Abhängigkeit entstehen. Sie müssen in ihren eigenen vier Wänden keinen Alkoholkonsum von Jugendlichen unter 18Jahren dulden – auch nicht bei Besuchskindern. Diese Altersgrenze ziehen auch die meisten europäischen Jugendschutzgesetze (außer in Deutschland): Alkohol darf weder an unter 18-Jährige verkauft noch öffentlich von ihnen getrunken werden.

Bleiben Sie in Kontakt

Versuchen Sie, im Gespräch mit Ihrem Kind zu bleiben, auch wenn es schwierig wird. Jugendliche setzen sich in der Pubertät mit vielen Fragen auseinander und entwickeln langsam eine eigene Persönlichkeit. Es kann sein, dass Tage der Harmonie vorübergehend selten sind, dennoch braucht Ihr Kind Sie. Signalisieren Sie, dass Sie jederzeit offen sind für Fragen.

Informieren Sie Ihr Kind über Alkohol

Kinder und Jugendliche lassen sich nicht abschrecken. Aber sie sollten wissen, wie Alkohol wirkt. Schon kleine Kinder können verstehen, dass Alkohol gefährlich ist und krank macht. Älteren Kindern sollte bekannt sein, welche Risiken mit häufigem und ausschweifendem Alkoholtrinken verbunden sind und warum sie erst frühestens ab 18 Jahren Alkohol trinken sollten – dann nur gelegentlich und sehr mäßig.

 

Jugendliche und Alkohol

Viele Jugendliche unterschätzen Alkohol

Alkohol? Na klar, die Erwachsenen trinken doch auch. Das haben die meisten Jugendlichen von klein auf erlebt. Erwachsene trinken Alkohol, wenn sie feiern. Sie trinken ihn, um locker zu werden und zu entspannen, manchmal auch um Stress abzubauen und Ärger herunter zu spülen. Es ist also normal, wenn auch Jugendliche Alkohol ausprobieren möchten. Etwa im Alter von 10 bis 14 Jahren trinken Jugendliche dann ihr erstes Glas Wein, Sekt oder Bier, ihren ersten Cocktail oder Likör – meist mit Billigung der Eltern.

Im Alter von 16 bis 17 Jahren entwickeln Jugendliche oft das Konsumverhalten, das sie später beibehalten. Geprägt wird es einerseits von dem Umgang mit Alkohol, den sie aus dem Elternhaus kennen. Andererseits orientieren sich Jugendliche nun an ihren Freunden  und ihrem sozialen Umfeld wie Jugendgruppen und Sportvereinen: Wird dort viel getrunken, fällt es schwer Nein zu sagen. Denn Jugendliche wollen dazugehören, mit Freunden Spaß haben und neue Erfahrungen machen. So erleben sie - genau wie die Erwachsenen - dass sie mit Alkohol ausgelassener feiern und weniger schüchtern sind - wenigstens für kurze Zeit.

Alkohol stört die Entwicklung der Persönlichkeit

Die Pubertät ist eine sensible Phase. Jugendliche lösen sich von ihren Eltern und entwickeln ihre Identität. Sie setzen sich mit vielen Fragen auseinander, sind oft unsicher und wollen doch selbstsicher wirken. Bisweilen sind sie uneins mit der Welt, ihre Gefühle schwanken und Konflikte mit den Eltern häufen sich. In dieser Zeit müssen Jugendliche lernen, mit ihrem veränderten Körper, mit neuen Gefühlen und Konflikten umzugehen. Alkohol verhindert diese Auseinandersetzung und erschwert die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit.

Fakt ist: Je früher Kinder und Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, dass sie sich an Alkohol gewöhnen, ihn missbrauchen oder abhängig werden. Besonders gefährdet sind Jugendliche, die tieferliegende Probleme wie zum Beispiel Versagensangst oder Einsamkeitsgefühle haben oder die schwer belastet sind durch (sexuelle) Missbrauchs- und Gewalterlebnisse.

Während der Pubertät gleicht das Gehirn einer Baustelle. Nervenzellen werden neu verknüpft, andere verschwinden. Diese Reifung des Gehirns dauert etwa bis zum 21. Lebensjahr. Bis dahin ist Alkohol immer riskant. Schon geringe Mengen gefährden die Gesundheit von Jugendlichen und schädigen dauerhaft Gehirnzellen. Häufige Rauschzustände führen zu Entwicklungsstörungen. Merkfähigkeit, Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit lassen ebenfalls nach.

Gefahr für sich, Gefahr für andere

Alkohol enthemmt. Das kann zu riskantem Sex führen. Unvorsichtiger, ungeschützter Geschlechtsverkehr wiederum kann zu ungewollten Schwangerschaften führen. Und die Gefahr steigt, dass sich Jugendliche mit sexuell übertragbaren Krankheiten anstecken. Zudem werden Mädchen, die angetrunken oder betrunken sind, leichter Opfer sexueller Übergriffe.

Alkoholkonsum erhöht die Unfallgefahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geht jeder vierte Autounfall unter Alkoholeinfluss auf das Konto junger Menschen zwischen 18 und 24 Jahren. An diesen Unfällen sind sehr viel häufiger junge Männer beteiligt als junge Frauen.

Alkohol macht aggressiv. So wächst unter Alkoholeinfluss die Bereitschaft zu Gewalt. Sechs von zehn jugendlichen Gewalttätern haben vor der Tat Alkohol getrunken. Gleichzeitig erhöht Alkohol die Gefahr, Opfer von Gewalt zu werden.

Auszüge aus:
http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/lebensalter/gift-fuer-kinder.html
http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/lebensalter/jugendliche.html