Meine Gedanken

Meine Gedanken

  2013 feierte ich meinen 65. Geburtstag - also der Eintritt ins Rentenalter. Ich hatte mir das alles schön ausgemahlt, so mit einer familiären Feierlichkeit im kleinsten Kreis. Ja, das war schon geplant und durchdacht – auch mit dem Gedanken, dass ich nichts Alkoholisches trinken werde und trinken will. Es ist schon so eine Sache – andere trinken – nur ich darf nicht. Was heißt: nicht dürfen. Dürfen darf ich schon, nur mit dem Risiko, rückfällig zu werden und so haben dann manche trockene Alkis auch gedacht. Sie schlugen die guten Vorsätze in den Wind, tranken ein, zwei Glas Alkohol zum anstoßen mit und waren da, wo sie schon mal waren. Ist das der wahre Sinn für den Entzug. Will man nur mal probieren, wie es ist, frei vom Alkohol zu sein um dann wieder das ganze neu zu erleben? Von einem auf den Anderen Tag saufen und wieder das Geld zählen zu müssen – „reichts noch?“ Ich denke, dass es sinnlos ist, weiter zu leben, wenn man nicht den Willen hat, trocken  zu bleiben. Meine Überlegungen in letzter Zeit sind viele Mal unterschiedlich zu dem Alkoholgenuss. Es gibt manche ehemalige oder noch Trinker, die bekommen Druck und holen sich Bier. Manche Andere haben Ärger oder Stress und sind trotzdem dagegen, sich Bier zu holen – sie spüren keinen Druck. Wie verteilt sich das alles?

Jene, die den Druck spüren sind garantiert auf dem Weg, sich Alkohol zu besorgen oder besorgen zu lassen. Der Druck kommt aber nicht immer von allein. Manches ist auch aus Gesprächen entstanden –sie sind kleinen Streitigkeiten vorausgegangen. Oder sie „vergewaltigen“ den Gedanken, nichts zu holen. Warum aber wird dadurch Druck erzeugt? Innerlicher Ärger, falsche Gedankengänge? Liebe zu dem gewohnten Alltagsstress?

Die keinen Druck spüren und sich Alkohol holen – denen geht’s besser. Bis sie aber den Alkohol haben, müssten sie doch auch Druck haben oder geht es dabei schon um den Gedanken: „Ich gehe „tanken“ einkaufen“. Diese Person wird sich ja schon innerlich und/oder sichtbar darüber freuen, endlich wieder Alkohol aufnehmen zu können. Auch wenn es schon die erste  Flasche am Getränke-/Supermarkt ist.

Wenn ich an mich selbst denke und die Gedanken mal dahin lenke, wie es mir gehen würde, wenn ich Stress habe und mir mal…! Den Stress habe ich auch und Ärger ist nicht auszuschließen – aber um Alkohol zu holen - den Gedanken hatte ich schon. Doch ausgeführt habe ich ihn nicht. In der Situation sage ich mir immer wieder:

  Alkohol löst keine Probleme- Alkohol macht sie.

Schon des Öfteren bin ich in den runden 24 Jahren vom Alkoholteufel „angesprochen“  wurden. „…probier doch mal“, „…eine Flasche am Tag“ und so weiter und so fort. Nein! Niemals werde ich meinen Willen brechen, den ich mir selbst gestellt habe. Dieser ist hier in der Homepage schon ein paar Mal genannt. „Ich will keinen Trinker!“. Das ist für mich wichtig, denn ich möchte Leben und das noch so lange es geht!

 

 

Warum ich zum letzten Ehemaligentreffen(9/17) nicht dabei war?

Es wurde mir landsam zu viel, immer wieder zum Ehemaligentreffen zu fahren wo ich vorher schon wusste, dass ich niemanden aus meine damaligen Zeit treffen würde. Immer wieder sagte ich mir, es wird schon jemand da sein - aber leider! Ich brauch das auch nicht mehr. Ich bin so gegen Alkohol, daß es mir schon schlecht wird, wenn ich den in "Flaschen-/ Fassform" sehe. Ich bleibe aber am Ball und werde auch weiterhin trocken bleiben. Es ist richtig schön, das Leben ohne Alkohol geniesen zu können. Nicht einmal der kleinste Schluck reizt mich.

Seit 1994 bin ich trocken, claen oder was auch immer. Einmal hatte ich - im Traum - getrunken. Eine Flasche Wein auf einmal geleert. Im Traum war ich wieder bei dem "alten Leben" - in Wirklichkeit saß ich auf einmal im Bett, nass geschwitzt und ängstlich zugleich. Mir war, als wäre es wahr gewesen, was ich geträumt hatte und musste auch feststellen, dass der Geschmack im Mund keinen alkoholischen Geschmack besaß. Außerdem trank ich ja so gut wie gar keinen Wein, was mich da wunderte. Es war also nur ein Traum, den ich geträumt hatte. Was war ich glücklich, wenn ich mir vorgestellt hätte, den Traum NICHT geträumt zu haben?

Beinahe hätte ich auch wieder geraucht, aber nur beinahe, denn es war ebenso im Traum passiert. Wer kennt das nicht? Das wird doch einigen so gehen, die auch claen oder trocken sind? Hat jemand ähnliches erlebt oder erleben können? Im "Kontakt" könnt Ihr mir dazu schreiben.

 

Damit auch wieder Mal die Zeit gut überspielt wird, wo ich mit mir in meinem Rentnerleben nix anfangen kann, bin ich am 08.09.2018 wieder dabei und freue mich schon. Es kann doch nicht schlecht sein, sich wieder im "Klinik- Trott" zu bewegen.

  

 

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,

sondern dem Tag mehr Leben.

Cicely Saunders

 

Zeit, die nie vergeht...

"Zeit die nie vergeht..." ist ein bekannter Schlager von Michael Barakowski (Perl 1985). Dieser Song beginnt: "Ich steh am Fenster und seh in den Regen..." und habe mir die Frage gestellt, wo hin doch diese Zeit eigentlich ist. Es war doch gestern noch, als ich eben noch mein Bier getrunken hatte. Ich bin doch danach in die Klinik eingezogen zur "Entgiftung". Da wurde ich gerade mal 46 Jahre. Auch die letzte Zigarette hatte ich doch gerade ausgedrückt mit 58 Jahre - wo ist diese Zeit geblieben? Ich bin doch gestern erst noch in Bad Liebenwerde zur Kur angekommen und wurde von Schwester Marina aufgenommen.  Kann es sein, das ich mein Leben nur so durchwandert habe, wie im Traum? Keine Ahnung, wie das ging. Ich weiß nur, dass ich im letzten Monat 2018 schon 70 Jahre geworden bin. Da muss man sich doch fragen, wo die Zeit ist? 

Mein Geburtstag habe ich im kleinen Kreis gefeiert und der war schön. Mit dem Alkohol wusste ich, dass es nicht so schlimm wird in der Runde. Alle wusten bzw. wissen von meinem Problem obwohl die Feier in einem Cafe war. Keiner von meinen Gästen hatte Alkohol auf dem Tisch stehen und sind alle mit 0,00 Promille später gegangen. Es war wirklich schön und Urgemütlich. Es muss also nicht immer Alkohol im Spiel sein.

Es ist schon verrückt, wenn man in Gedanken mal sein Leben zurück verfolgt. was da so alles passiert ist, wenn am an die Zeit des Alkohol´s denkt. Waren das schon verrückte Zeiten! Zum Feieraben am Freitag in die Kneipe, vor der Polizeistunde den letzten Bus nie erreicht, weil der schneller war und dann noch nach Hause laufen(rund 3 km). Eine gefühlt längere Strecke wegen der vielen Kurfen im "Geradeaus-Gang".

...und mir geht´s gut. Alkoholprobleme kenne ich nur noch von anderen, die mal so einiges Einkaufen. Letzteres hatte ein Kunde im Penny- Markt ein kleines Regal umgerissen, weil er betrunken war. Er hatte auch "Naschub" geholt und war gestolpert über seinen eigenen Einkaufsbeutel. Ich habe mich beeilt, bin nach draussen und habe erst mal gelacht und mir dann vorgestellt, das mir das hätte auch passieren könnte, wenn....

Ja, wenn das Wörtchen "Wenn" nicht wäre. Ich denke aber auch, das dass hätte nicht passieren dürfen, wenn er den Alk gemieden hätte. Vielleicht wäre er auch gestolpert, aber nicht so toll, dass er das Regal um wirft. Er hätte sich besser "gefangen"! 

 

Es kommt immer anders, als man denkt.