Mein leben heute

Mein Leben nach 25 Jahren Abstinenz

 

Es ist schon eine Zeit her, dass ich meiner Abstinenz zum Alkohol und mittlerweile auch dem Nikotin treu geblieben bin. Eine Zeit, welche nicht so einfach an mir vorüber gezogen ist. Ich habe Höhen und Tiefen in vielen „Lagen“ erlebt. Mal mehr, Mal weniger – mal krass, mal zart.
Nun, mein Leben ohne Alkohol ist viel besser geworden. Heute sehe ich auch, wie schwer es war, so weit zu kommen. Am besten konnte ich mich beweisen, wenn ich bei Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten war, wo eben der Alkohol floss. Ich habe es geschafft, „nein“ zu sagen. Das finde ich als bestes Anti- Gegenmittel zum Alk.

Gut, es gibt Möglichkeiten, anderes auszuprobieren. Viele Wege führen nach Rom, heißt es doch so schön. Meinen Weg bin ich gegangen. Über kleine und große "Stolpersteine" - über Wege, welche mich irreführen sollten. Manchen Ärger habe ich ohne Alkohol (oder auch andere Drogen) bewältigt und überstanden. Wie weit es so gehen wird weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass es noch sehr weit sein wird. Außerdem fahre ich jährlich (jeden 2. Samstag im September) zum "Ehemaligentreffen" nach Bad Liebenwerda, wo ich die Entziehungskur gemacht hatte. Es ist Anreiz, dass dies mich immer mehr aufgebaut, dem Alkohol fern zu bleiben und es hat sich somit bewiesen. Die ersten Treffen waren noch mit Patienten aus meiner damaligen Gruppe. Doch von Jahr zu Jahr wurde es weniger. Mit der Zeit erfuhr ich, das viele rückfällig geworden sind - auch nicht mehr unter uns weilen. Schade, dass es soweit kommen musste. So hofft man doch, dass solch eine Entziehungskur jedem hilft, nicht rückfällig zu werden. Leider trifft auch der Satz zu: "Sag niemals nie". Auch bei mir kann es wieder auftreten, dem Alkohol gefügig zu werden. Es liegt ganz allein an jedem selbst, wie man das weitere Leben gestaltet.

Ich möchte -  ich will L E B E N.
 

Nikotinentzug ist noch nicht all zu lange her, als ich die "Letzte" geraucht hatte. Jedenfalls ist es noch nicht so lange wie der letzte Tropfen Alkohol getrunken wurde. Das war ein anderer Entzug. Viele sagen, das der Alkohol- Entzug schwerer ist. Ich kann dem nicht ganz zustimmen - möchte aber behaupten, dass der Entzug  vom Nikotin schwerer war. Bei der Alkohol- Entgiftung im Krankenhaus bekommt man die Kapseln und ich hatte - so zu sagen - keinen Durst auf Alk. Die Entgiftung vom Nikotin habe ich alleine gemacht - ohne Hilfsmittel (Nikotinpflaster, Kaugummi, Zypan und ähnliches)  und da kam schon mancher Gedanke an die griffbereite Zigarette auf, weiter zu rauchen. Ich habe die Zigarette liegen lassen, ich wollte nicht mehr. Immerhin hatte ich die letzte Zigarette spontan im Ascher ausgedrückt. Da man aber noch in meiner Nähe rauchte, war ich immer konfrontiert, die Gedanken spielen zu lassen. Ja oder Nein. Wer hier liest, weiß, dass ich

"N E I N" sage und es auch genau so Meine. Einen Zug an solch einem "Glimmstängel" konnte ich mir aber zwischendurch nicht "verkneifen" - doch diesen habe ich schon 1000x bereut. Schon der Gedanke daran bringt in mir ein Gefühl auf, mich übergeben zu müssen. Drei Tage habe ich mich gequält damit, den Geschmack und die Gedanken daran los zu werden. Ehrlich, den Gedanken bin ich los, aber der Geschmack existiert immer noch, wenn ich davon schreibe oder rede.

Ich möchte allen empfehlen, den Alkohol- und Nikotinkonsum eingeschränkt zu gebrauchen. Viele sagen sich: „Kann mir nicht passieren“. Es geht viel schneller, als man es selbst glauben will. Alkohol und Nikotin sind die dicksten Freunde. Davon weiß ich zu berichten, denn das war mir auch passiert. Erst nach der zweiten Alk- Entgiftung habe ich eingesehen, dass es richtig war.

Nikotin ist bei vielen ebenso ein Problem, davon weg zu kommen. Nicht jeder hat solch ein Glück, spontan die Zigarette auszudrücken - einfach so, als wäre es die Einzige im Leben gewesen. Ich wünsche allen das Beste und nicht jeder versteht es, aufzuhören! Aber alle können dabei helfen!
  

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Es mag sein, das meine Texte hier in der Homepage vielleicht egoistisch und eigensinnig erscheinen – eben nur von mir ausgehend sind. Ich will so in Erscheinung treten, weil vieles wirklich erlebt wurde. Ich habe mich eben einmal dazu entschlossen, hier öffentlich mein Leben zu beschreiben. Wer von den vielen Alkoholikern stellt sich so in der Öffentlichkeit hin und schreibt über sich? 

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